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Japanischer Knöterich

Fallopia japonica

Staudenknöteriche breiten sich in Deutschland zunehmend aus. Anfangs noch unbemerkt, ist inzwischen kaum zu übersehen, wie rasant sich dieser invasive Neophyt immer weiter verbreitet und dabei die einheimische Flora verdrängt.

In den letzten Jahren rücken die Probleme mit der Verkehrssicherheit im Straßenbereich und an Bahndämmen, die massive Ausbreitung im Natur- und Landschaftsschutz sowie die Ufererosionen im Gewässerbereich in den Blickpunkt. Aber auch in Dörfer und Städte hinein verbreiten sich die Staudenknöteriche immer weiter. Betroffen sind dabei oft wenig genutzte Flächen wie Industriebrachen und Ausgleichsflächen; aber auch Parkanlagen, Spielplätze und Privatgärten werden vermehrt von den Problempflanzen bewachsen.

Folglich häufen sich Anfragen zur Bekämpfung der Staudenknöteriche. Die meisten Anfragen werden aber erst gestellt, wenn sich dieser invasive Neophyt schon flächig ausgebreitet und dominante Bestände gebildet hat. Dann ist eine Bekämpfung sehr schwierig und wird nur selten durchgeführt. Umso wichtiger ist es daher, durch Aufklärung und achtsamen Umgang einer massiven Ausbreitung dieser Problempflanzen vorzubeugen. Auf keinen Fall sollten Staudenknöteriche noch angepflanzt werden, auch wenn sie über einige Quellen immer noch für den Garten angeboten werden!

Unter dem Begriff Staudenknöteriche werden bei uns der häufig vorkommende Japanische Staudenknöterich (Japan-Knöterich, Fallopia japonica), der nicht ganz so häufigen Sachalin-Staudenknöterich (Fallopia sachalinensis) und eine Kreuzung der beiden Arten, der Böhmische Staudenknöterich (Fallopia x bohemica) zusammengefasst.

Eingeführt wurden der Japanische und der Sachalin-Staudenknöterich bereits im 19. Jahrhundert als Zierpflanze, als Deckungspflanze und auch zur Böschungsbegrünung. Die Kreuzung Böhmischer Staudenknöterich ist wahrscheinlich viel später in Europa entstanden und noch nicht so lange bekannt.

Alle Staudenknöteriche besitzen ein ausdauerndes unterirdisches Rhizomgeflecht, aus dem im Frühjahr die zwei bis vier Meter hohen Triebe mit hohlen Stängeln wachsen. Die ovalen Blätter sind je nach Art von 20 bis 40 cm lang und nach vorn leicht zugespitzt. Relativ spät im Juli bis August erscheinen die vielen weißen Blütenstände; dann sind die Pflanzen leicht in der Landschaft zu erkennen. Da bei uns anscheinend fast nur weibliche Pflanzen existieren, entstehen zwar viele kleine Früchte mit Flügeln, die aber keine keimfähigen Samen enthalten. Beim ersten Frost sterben die Blätter und Triebe sofort ab, die kräftigen Triebe verrotten nur langsam und man kann sie bis ins nächste Jahr noch sehen.

Japanischer Knöterich